Robert Polák wurde am 7. März 1866 in Gratzen geboren. Das Theatermilieu war für ihn nichts Ungewöhnliches, weil im Buquoy’schen Schlosstheater neben den lokalen Laienaufführungen auch Schauspiel, Ballett und sogar die Kammeroper praktiziert wurden. Es kamen Theatergruppen aus Wien oder Wandertruppen aus Böhmen und ganz Europa.
Der junge Robert interessierte sich seit seiner Studienzeit am Gymnasium in Tøeboò/Wittingau fürs Theater. Als Achtzehnjähriger ließ er sich an der Malakademie in Prag inskribieren und besuchte gleichzeitig auch die Lukes-Gesangsschule. Er brach jedoch das Studium vorzeitig ab und ging zum Theater. Seit 1884 trat er als Bass-Buffo (komischer Bass) der Pištìk-Theatertruppe bei; 1891 wechselte er schließlich zum Theaterensemble Švanda.
Nach achtjährigem Wirken in Pilsen wurde er am 9. Juni 1894 ins Ensemble des Nationaltheaters aufgenommen, wo er sich als ständiges Ensemblemitglied in komischen Rollen und in Smetana-Opern bewährte, insbesondere als Vater Paloucký in Hubièka/Der Kuss und vor allem nach dem Ableben des Sängers Heš als Heiratsvermittler Kecal in der Verkauften Braut.
Anfangs bezeichneten ihn die Kritiker als einen durchschnittlichen Sänger, später begannen sie jedoch seine „weiche und wohlklingende Stimme" zu bewundern. In seinen Rollen wurden seine Schauspielkunst, Versiertheit (die er manchmal auch übertrieb), innere Ruhe und Ausgeglichenheit betont und die Richtigkeit seiner Auffassung des Stils und der tschechischen Eigenart von Smetanas Musik hervorgehoben.
Neben der eigenen Sängerkarriere machte er sich auch als Regisseur einen Namen. In manchen Lebensabschnitten führte er sogar vorwiegend Regie. Zur Regiearbeit kam er über Kostümentwürfe für die Smetana-Oper Dalibor im Jahre 1899. Und so wurde er seit 1900 der wichtigste Regisseur - und für eine gewisse Zeit auch der einzige Opernregisseur - des Nationaltheaters. Der Opernleiter des Nationaltheaters war damals der Komponist Karel Kovaøoviè.
Polák wurde zu einer Zeit Opernregisseur, als die Aufgabe des Regisseurs nicht nur in der Funktion eines Dirigentengehilfen bestand. In seiner Auffassung handelte es sich um eine eigenständige schöpferische Tätigkeit. Seine Regisseursarbeit zeichnete sich durch scharfsinnige und detaillierte Darstellung der Ausstattung und eine völlig neue, bahnbrechende Auffassung des Werks aus. Seine Regisseureingriffe umfassten also nicht nur neue Kostüme und Kulissen, obwohl gerade dabei sein Sinn für Realismus am meisten zum Vorschein kam, sondern auch die szenische Komposition ganzer Opernszenen.
Polák setzte im Nationaltheater 130 Opern in Szene, davon 50 tschechische (das ganze Opernwerk von Smetana und nahezu das ganze Opernwerk von Dvoøák). In seinem Repertoire waren auch Beethoven, Mozart, Wagner, Strauss, die Repräsentanten der russischen Oper und andere.
Robert Polák inszenierte in Prag auch Opern von Leoš Janáèek (im Jahre 1916 Ihre Ziehtochter und Katja Kabanova im Jahre 1921), die auch dem sachkundigen Publikum damals schwer zugänglich waren. Ähnlich hat er auch anderen damals neuartigen Komponisten wie O. Zich, V. Novák, J. Jeremiᚠoder J. B. Foerster den Weg bereitet.
Als Opernsänger trat Robert Polák 116 mal als Heiratsvermittler Kecal in der Verkauften Braut auf. Weitere Rollen gestaltete er in Smetanas, Dvoøáks und Gounods Opern und anderen klassischen Werken.
Nach der Gründung der Tschechoslowakei überließ er seinen Platz der neuen Generation, die jedoch von seiner Opernauffassung ausgegangen war. Er selbst war physisch und psychisch völlig erschöpft. Trotz schwindender Stimme wirkte er nach wie vor bis zu seinem Tod (8. 7. 1926) als Sänger und Regisseur am Nationaltheater.